Deepsea Oil Explorer – Totalverlust mit Ansage?

2008 berichtete Focus Money über eine neue Fonds-Idee einer mobilen Tiefsee-Erkundungsplattform für Öl- und Gasvorkommen. Die HCI bzw. MPC Deepsea Oil Explorer Fonds schienen als eine technisch anspruchsvolle, aber zukunftsträchtige Investition. Die Emissionshäuser MPC und HCI legten mit ihren jeweiligen geschlossenen Fonds unter dem Namen Deepsea Oil Explorer nahezu identische Emissionsprospekte vor.

Der laut Focus „ehrgeizigen Zielsetzung“ folgten jedoch immer wieder schlechte Nachrichten. Aktuell befürchten Anleger, dass dem Fonds MPC Deepsea Oil Explorer GmbH & Co. KG der Totalverlust droht.

  • Deepsea Oil Explorer – Investition in den Betrieb einer Ölplattform vor der Küste Brasiliens

    Die Tiefsee-Halbtaucher-Erkundungsplattform vor der Küste Brasiliens zur Erkundung neuer Öl- und Gasvorkommen kann in sehr großen Wassertiefen bis zu 2.400 Metern nach Öl und Gas suchen. Die Plattform schwimmt auf Pontons und kann flexibel in Meeresregionen eingesetzt werden. Bewegt wird sie durch Strahlruder auf kurzen Strecken oder mittels Schleppern und Transportschiffen auf langen Strecken.

  • Deepsea Oil Explorer

    Erkundungsplattform für Öl- und Gasvorkommen – Deepsea Oil Explorer (Abb. Illustration)
    Foto: fotolia.de © Michael Rosskothen

Helge Petersen: „Bestehende Risiken schon in der Planung falsch angegangen und schlechtes Krisenmanagement führt vermutlich ins finanzielle Desaster“

Der Betriebsstart verzögerte sich jedoch extrem bei der Fertigstellung der Plattform. So konnten zunächst überhaupt keine Einnahmen generiert werden. Es fielen sogar für jeden Tag Verspätung USD 95.000 Strafen an den Charterer an. Der ehemalige Bankkaufmann und Fachanwalt für Banken- und Kapitalmarktrecht Helge Petersen geht von einem viel zu engen Zeitplan aus: „Bei dieser Zeitplanung selbst aber keine Strafzahlungen einzufordern, war hochriskant. Allein auf zusätzliche Bonuszahlungen für schnellere Fertigstellungen zu setzen, erscheint mir ebenso fahrlässig. Dazu kommt der zum Höhepunkt der Finanzmarktkrise erfolgte Beteiligungskauf der HCI Capital AG durch den Wertverlust an der Börse.“

Kapitalrückholung über aufklärungsbedürftige Risiken möglich

Schon allein die aufklärungsbedürftigen wirtschaftlichen Risiken der Deepsea Oil Explorer Fonds bedeuten gute Chancen auf Schadensersatz. Hinzu kommen die Risiken der Fondskonstruktion. Das Charterrisiko lag fast vollständig auf den Anlegern. Auch die Fremdkapitalquote mit 57,68 % bedeutet, dass nach der Auszahlung an die verschiedenen Betreibergesellschaften erst die Banken im Insolvenzfall etwaige Plattform-Verkaufserlöse erhalten. Der Anleger scheint hier allein durch die Konstruktion immer das Nachsehen zu haben.

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