Der Fall Deutsche Bank – noch längst nicht zu Ende erzählt

Gestern lief der Dokumentarfilm „Der Fall Deutsche Bank“ über Skandale der Deutschen Bank auf Arte. Fokus schrieb: „45 Minuten lang reihen die TV-Macher einen Skandal an den anderen. Und darin besteht auch schon die einzige Schwäche der Sendung, 45 Minuten sind längst nicht genügend Zeit, um tatsächlich alle Verfehlungen von Deutschlands größter Bank aufzulisten.“ Der Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Helge Petersen ist derselben Meinung.

Deutsche Bank vertrieb exklusiv geschlossene Beteiligungen an der Bulkerflotte

2008 hatte das Hamburger Emissionshaus Nordcapital mit der Bulkerflotte 1 einen der bislang volumenstärksten Fonds im Bereich geschlossener Schiffsbeteiligungen aufgelegt:
12 Supramax-Bulker zu einem Gesamtvolumen von 657 Mio. US-Dollar. Bei den Schiffen handelt es sich um sogenannte Bulkcarrier oder Schüttgutfrachter, mit denen lose Massengüter, insbesondere Rohstoffe über die Weltmeere transportiert werden. Die Vermittlung der Beteiligungen erfolgte dabei exklusiv durch die Deutsche Bank AG.

Petersen: Scheitern der Bulkerflotte schien absehbar – Deutsche Bank verantwortlich

  • Das Handelsblatt spricht in einem Artikel vom 11.12.2012 von einem „der prominentesten Beispiele für die Misere, in der sich viele Schiffsfondsanleger befinden. Sie haben viel Geld verloren, sie werden gebeten, nochmals Geld nachzuschießen um das Schlimmste zu verhindern und erfahren häufig genug, dass auch das nichts genützt hat.“

    Zu diesem Zeitpunkt waren laut Petersen gesunkene Charterraten bereits an der Tagesordnung, er ist der Meinung, dass ein Scheitern von vorne herein absehbar war. Stets wurde betont, dass allein die Anzahl von 12 Schiffen die Sicherheit des investierten Geldes gewährleiste. Die Schiffe sollten jedoch durch lediglich zwei Charterer ausgelastet sein. Dieses „Klumpenrisiko“, so Helge Petersen, verwirklichte sich wenig später, als der eine Charterer, der 7 Schiffe unter Vertrag hatte, in die Insolvenz ging.

  • nordcapital bulkerflotte 1 schiffsfonds

    Lesen Sie unseren Beitrag: Nordcapital Bulkerflotte 1 Schiffsfonds: „Neue Hoffnung für geschädigte Anleger“ (Klicken Sie auf das Bild)
     
    Foto: © fresh_water – Fotolia.com

„Wieder wird deutlich, dass weder Emissionshäuser noch Vermittler aus den Skandalen und Misserfolgen der vergangenen Jahre gelernt haben. Leidtragende sind erneut tausende Anleger, denen suggeriert wurde, dass man eine sichere Anlage zeichne. Fraglich ist, ob das investierte Geld der Anleger jemals zurück erhalten werden kann. Der letzte Kurs im März 2015 auf dem Zweitmarkt spricht dagegen, denn dieser lag bei lediglich 1,5 %. Dies Risiko trifft nun exklusiv Deutsche Bank Privatkunden.“, so Helge Petersens Einschätzung.

Jahreshauptversammlung wird zur Abrechnung der Aktionäre mit dem Vorstand

Heute findet die Jahreshauptversammlung der Deutschen Bank statt. tagesschau.de kommentiert die aktuelle Lage so: „Der Absturz des einstigen Vorzeigeinstituts ist im Kern das Resultat einer strategischen Fehleinschätzung – nämlich zu glauben, man könne nach der Finanzkrise einfach so weitermachen wie zuvor. Heute, gut fünf Jahre nach dem globalen Finanz-GAU, zeigt sich, dass Konkurrenten, die ihr Geschäftsmodell damals infrage stellten, inzwischen viel besser dastehen als die Deutsche Bank.“


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    Telefon: 0431 – 260 924 0


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