Lloyd Fonds Schiffsportfolio III – Urteil des LG Itzehoe: comdirect bank AG erhält richterliche Schelte

Urteil Commerzbank Lloyd Flottenfonds

Über 10 Jahre ist es nun her, seit die comdirect bank AG über seine Tochtergesellschaft, die comdirect private Finance, Beteiligungen an der Lloyd Fonds Schiffsportfolio III verkaufte. Die Art und Weise der Empfehlung strafte das Landgericht Itzehoe nun vernichtend ab.

Die Erfolgsserie der letzten Monate geht weiter mit dem derzeit aktuellen Urteil des Landgerichts Itzehoe: Das Landgericht Itzehoe entschied in diesen Tagen zugunsten einer Anlegerin aus Berlin.

Die Anlegerin war zum damaligen Zeitpunkt Neukundin bei der comdirect bank AG und wurde über diese auf die Beratung durch ihre Tochtergesellschaft der comdirect private Finance aufmerksam. Ein Berater der comdirect empfahl ihr die Investition in die Beteiligung Lloyd Fonds Schiffsportfolio III. Sie investierte 10.000 EUR. Die Beteiligung entwickelte sich nicht prospektgemäß.

Eine Chance, das verloren geglaubte Geld doch noch zu retten, ist der Rechtsweg.

Die Anlegerin fühlte sich durch ihren Berater falsch beraten. Einen (Teil-)verlust ihrer Anlagesumme habe sie nie riskieren wollen, wie viele Anleger war es ihr Ziel, das Kapital sicher zur Altersvorsorge anzulegen. Laut ihrer Aussage habe der Berater nicht auf die Risiken der Beteiligung hingewiesen und ihr ein Produkt empfohlen, was nicht zu ihre passte. Sie reichte Klage ein und ließ sich durch die Fachkanzlei Helge Petersen & Collegen vertreten.

Die Klägerin erhält im Ergebnis 9.900 EUR zzgl. Prozesszinsen seit über einem Jahr gegen Übertragung der Geschäftsanteile an die comdirect bank AG zurück. Die Klägerin erhält zudem einen Zinsausfallschaden in Höhe von 2.705,00 EUR seit 2007. Sie wird außerdem von allen Schäden und Nachteilen – insbesondere von Rückforderungsansprüchen nach § 172 Abs. 4 HGB – freigestellt, die unmittelbar oder mittelbar aus der von der Klägerin gezeichneten Beteiligung an der Lloyd Fonds Schiffsportfolio III resultieren und die ohne Zeichnung dieser Beteiligung nicht eingetreten wären. Außerdem wird sie von den außergerichtlichen Rechtsanwaltskosten von 956,86 EUR freigestellt.

Das Produkt selbst hätte der Klägerin nicht empfohlen werden dürfen

Die Klägerin gewann sowohl aufgrund einer nicht anleger- als auch einer nicht anlagegerechten Beratung.

Einleitend begann das Landgericht seine Entscheidung wie folgt zu begründen:

„Die Beratung war nicht anlegergerecht. Fehlerhaft ist die Beratung durch den Zeugen … schon deshalb, weil dieser die Klägerin dazu veranlasst hat, praktisch sämtliches liquide Mittel und fast die Hälfte ihres Geldvermögens in die streitgegenständliche Beteiligung zu investieren. Dies widerspricht zum einen den Grundsätzen für eine sinnvolle Diversifizierung des anzulegenden Vermögens, wie es die Beklagte bzw. die comdirect private Finance selbst propagiert.“

Ausweislich ihrer eigenen Beratungsdokumentation hätte die comdirect eine derart hochspekulative Anlage der Klägerin nicht empfehlen dürfen. Die Klägerin selbst suchte eine Investition für ihre Altersvorsorge. Speziell zu Schiffsbeteiligungen und der Geeignetheit für die Altersvorsorge ließ sich das Landgericht sich wie folgt ein:

„Sie sind zur Altersvorsorge generell ungeeignet, weil es sich um hochspekulative Anlagen handelt, die mit sehr hohen Chancen aber auch mit außerordentlichen weitaus höheren Risiken, die vielfältige Ursachen haben können, verbunden sind.“

Doch auch die Beratung der Anlage selbst war – zur Überzeugung des Gerichts – fehlerhaft. Denn der Zeuge klärte unter anderem nicht über die Haftungsmöglichkeit nach § 172 HGB aufgeklärt zu haben.

Mit dem Urteil des Landgerichts Itzehoe erhält die comdirect bank AG eine richterliche Schelte

Rechtsanwalt Serkan Yildiz aus der Hamburger Niederlassung der Fachkanzlei Helge Petersen & Collegen vertritt die Mandantin: „Erstmals erhält die comdirect bank AG eine richterliche Schelte. Denn das Landgericht Itzehoe traf vernichtende Worte hinsichtlich der Praxis der Beratung seitens der comdirect. Deutlicher hätte diese Schelte nicht sein können“, so der Rechtsanwalt Serkan Yildiz. Konkret traf das Landgericht folgende Feststellungen:

„Aus der Vernehmung des Zeugen ergibt sich, dass einiges dafür spricht, dass die comdirect private Finance die Anlageberater hinsichtlich der Risiken der Produkte unzureichend bzw. falsch instruiert hat, mit dem Ziel auch nicht risikobereite Anleger zur Beteiligung zu veranlassen.“

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